Wie Katharina Bergmann ihr erstes Reisebüro ohne Vorkenntnisse aufbaute
Katharina Bergmann kündigte 2021 ihren Job als Bankkauffrau und eröffnete sechs Monate später ein spezialisiertes Reisebüro für Wandertouren.
Ihr größtes Problem war die fehlende Branchenkenntnis. Sie verbrachte drei Wochen damit, sich durch Gewerbeordnungen zu arbeiten und entdeckte dabei die Unterscheidung zwischen Reisevermittlung und Reiseveranstaltung. Vermittler benötigen keine spezielle Konzession, Veranstalter schon. Diese Erkenntnis sparte ihr 8.000 Euro an Ausbildungskosten, weil sie zunächst als reine Vermittlerin startete.
Der zweite Stolperstein waren die Versicherungen.
Katharina schloss zuerst eine Betriebshaftpflicht ab, bevor sie das erste Kundengespräch führte. Die Kosten beliefen sich auf 340 Euro jährlich bei einem regionalen Anbieter. Sie recherchierte außerdem die Insolvenzversicherungspflicht, die für Veranstalter zwingend ist. Da sie nur vermittelte, entfiel diese zunächst.
Ihre Partnerschaften baute sie über drei Kanäle auf: direkte Ansprache lokaler Wanderführer, Kooperationen mit zwei etablierten Veranstaltern und Registrierung bei einem Vermittlernetzwerk.
Das erste Kundenangebot dauerte länger als gedacht
Die Zusammenstellung ihres ersten buchbaren Angebots nahm 18 Tage in Anspruch. Sie musste Provisionssätze verhandeln, Buchungsabläufe dokumentieren und ein simples Vertragswerk erstellen. Heute nutzt sie Vorlagen, aber am Anfang erarbeitete sie alles manuell mit einem befreundeten Juristen.